
Zuteilungsverfahren für Kapazitäten größer 3,5 MVA
Ein neuer Vergaberahmen für große Lasten – verlässlich, fair, zukunftsgerichtet.

Überblick
In Düsseldorf verzeichnen wir, wie viele andere deutsche Großstädte, ein seit 2025 stark gestiegenes Anfrageaufkommen nach Netzanschlüssen mit sehr hohen Anschlussleistungen. Dabei handelt es sich um besonders leistungsintensive Projekte, zum Beispiel Rechenzentren oder große Energiespeicher.
Als Netzbetreiber stellen wir sicher, dass der Netzbetrieb auch bei steigenden Anforderungen sicher, zuverlässig und zukunftsfähig bleibt. Für sehr große Anschlussleistungen in der Mittel- und Hochspannungsebene führen wir daher ein transparentes und diskriminierungsfreies Zuteilungsverfahren ein.
Für wen gilt das Verfahren?
Das Verfahren gilt für sehr wenige Großprojekte mit außergewöhnlich hohen Leistungsanforderungen über 3,5 MVA: Dazu zählen zum Beispiel große Industrieanlagen, Rechenzentren oder vergleichbare Großverbraucher. Diese Anfragen stellen besondere Anforderungen an das Stromnetz und die Netzplanung.
Wichtig: Knapp drei Prozent aller Unternehmen fallen unter dieses Verfahren. Für 97 Prozent der Unternehmen und alle Privathaushalte ändert sich nichts.
| Betroffen vom Zuteilungsverfahren (Anschlüsse größer 3,5 MVA): | NICHT betroffen vom Zuteilungsverfahren (Anschlüsse kleiner 3,5 MVA): |
|---|---|
| neue Netzanschlussanfragen mit einem Leistungsbedarf von mehr als 3,5 MVA | Alle neuen Niederspannungsanschlüsse insbesondere für Haushalte |
| Anfragen zur Netzanschlusserweiterung auf einen Gesamtleistungsbedarf von mehr als 3,5 MVA. | Erweiterungen bestehender Niederspannungsanschlüsse für bspw. Wärmepumpen, Wallboxen, etc. |
| Alle größeren Anschlüsse insbesondere in der Mittelspannung für bspw. Gewerbe bis zu einer maximalen Gesamtleistung von 3,5 MVA |

Warum ein Zuteilungsverfahren notwendig ist
Der Ausbau von Stromnetzen im urbanen Raum ist technisch komplex, genehmigungsintensiv und langfristig angelegt. Gleichzeitig gibt es einen starken Zuwachs an Großprojekten mit sehr hohen Leistungsbedarfen in kurzen Zeiträumen.
Der Netzausbau kann daher nicht im gleichen Tempo erfolgen wie neue Anschlussanfragen eingehen.
Um dennoch Planungssicherheit zu ermöglichen, ist ein standardisiertes Verfahren erforderlich.
Ziel des Zuteilungsverfahrens
Mit dem Zuteilungsverfahren stellen wir sicher, dass:
die Verteilung vorhandener Kapazitäten fair und diskriminierungsfrei erfolgt
alle Anschlussanfragen über 3,5 MVA gleichbehandelt werden
Kunden frühzeitig Planungssicherheit erhalten
die Versorgungssicherheit im Düsseldorfer Stromnetz jederzeit gewährleistet bleibt.
Wie funktioniert das Zuteilungsverfahren?
Das Zuteilungsverfahren befindet sich derzeit in Erarbeitung. Dabei orientieren wir uns an bereits eingeführten Verfahren anderer Netzbetreiber, um einen möglichen Branchenstandard abzubilden. Anschlussanfragen mit einem Leistungsbedarf über 3,5 MVA werden künftig gebündelt und zu einem zuvor kommunizierten Stichtag strukturiert geprüft. Vorhandene Netzkapazitäten werden zuvor berechnet und auf die Anfragenden aufgeteilt und kommuniziert. Aufgrund der individuellen Netzsituation sind pauschale Aussagen zu Kosten oder Realisierungszeiten nicht möglich.
Jeder Standort wird gesondert geprüft und bewertet.
Zeitlicher Rahmen
Die Einführung des Zuteilungsverfahrens ist aktuell für das 2. Halbjahr 2026 vorgesehen. Über konkrete Fristen, erforderliche Unterlagen und den genauen Ablauf informieren wir auf dieser Seite.
Netzausbau in Düsseldorf
Der Ausbau der Stromnetzinfrastruktur in Düsseldorf erfolgt kontinuierlich und mit hoher Intensität. Wir erweitern und ertüchtigen unser Hoch‑, Mittel‑ und Niederspannungsnetz bedarfsgerecht. Bis Mitte der 2030er Jahre planen wir, die Netzkapazität für Düsseldorf nahezu zu verdoppeln. Dazu befinden wir uns bereits in intensiven Abstimmungen mit dem vorgelagerten Netzbetreiber sowie der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Versorgungssicherheit hat für uns oberste Priorität. Sie ist Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz und eine verlässliche Energieversorgung in Düsseldorf.
Weitere Informationen finden Sie unter Netzanschluss.
Ablauf des Zuteilungsverfahrens:
Kapazitätsermittlung
Die im Düsseldorfer Stromnetz verfügbaren Anschlusskapazitäten für große Leistungen werden regelmäßig ermittelt.
Sie bilden die Grundlage für das jeweilige Zuteilungsverfahren.
Verfahrensteilnahme / verbindliche Anfrage
Unternehmen mit einem Anschlussbedarf über 3,5 MVA reichen eine verbindliche Netzanschlussanfrage über das Netzanschlussportal ein. Nur vollständig eingereichte Anfragen können am Verfahren teilnehmen.
Prüfung der Anfragen und Zuteilung
Alle fristgerecht eingereichten Anfragen werden gleichzeitig und nach einheitlichen Kriterien geprüft.
Die verfügbare Kapazität wird im Rahmen des Verfahrens diskriminierungsfrei zugeteilt.
Anschlusskonzept und Angebot
Auf Basis der zugeteilten Leistung erstellt die Netzgesellschaft Düsseldorf für jedes Projekt ein individuelles Anschlusskonzept. Anschließend erhalten die Antragsstellenden ein konkretes Netzanschlussangebot, das die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abbildet.
Prüfung und Annahme des Anschlussangebots
Das Netzanschlussangebot wird durch das Unternehmen geprüft. Bei Annahme innerhalb der vorgesehenen Frist bildet es die Grundlage für die weitere Umsetzung des Netzanschlusses.
Fragen und Antworten
Es geht um sehr wenige Großprojekte mit außergewöhnlich hohen Leistungsanforderungen über 3,5 MVA, z. B. Rechenzentren oder große Stromspeicher. Haushalte inklusive Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen sowie klassische Gewerbeanschlüsse sind nicht betroffen.
Nein. Die Versorgung ist sicher. Große Anschlussanfragen über 3,5 MVA steuern wir vorausschauend, damit die Versorgungssicherheit auch langfristig gewährleistet bleibt.
Ein standardisiertes, transparentes Prüf‑ und Vergabeverfahren für Anschlussanfragen über 3,5 MVA – mit klaren Fristen, Unterlagenanforderungen und Kriterien.
Die Einführung ist aktuell für das 2. Halbjahr 2026 geplant. Aktualisierungen (inkl. konkreter Fristen) veröffentlichen wir auf dieser Seite.
Nein. Hausanschlüsse inklusive Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur sowie klassische Gewerbeanschlüsse sind nicht betroffen. Es geht um sehr wenige Großprojekte mit außergewöhnlich hohen Leistungsanforderungen über 3,5 MVA
Die Anfrage muss über das Netzanschlussportal gestellt werden. (Hinweis aus dem internen Ablauf: Für Hochspannungsanfragen ist im Portal derzeit „Mittelspannung“ auszuwählen.)
Ohne vollständige Unterlagen kann keine weitere Bearbeitung bzw. konkrete Aussage zur Machbarkeit erfolgen.
Ja, aber nur, wenn sämtliche für das Vergabeverfahren erforderliche Unterlagen vollständig vorliegen. Welche Unterlagen konkret erforderlich sind, teilen wir rechtzeitig auf unserer Homepage mit.
Netzausbau ist komplex: Er erfordert eine sorgfältige Planung und muss mit verschiedenen Beteiligten abgestimmt werden. Zudem sind Baukapazitäten begrenzt. Gleichzeitig bauen wir unsere Netze kontinuierlich aus und entwickeln sie Schritt für Schritt weiter, damit der steigende Bedarf zuverlässig gedeckt werden kann.
Sobald Details final sind, veröffentlichen wir Fristen/Unterlagen/Ablauf auf der NGD‑Website (diese Seite wird fortlaufend aktualisiert).
Weitere Fragen und Antworten finden Sie in unseren FAQ.